Kira Grünberg

Ich dachte immer, wenn man sich das Genick bricht, ist man tot. Offenbar doch nicht. Glück gehabt!

Kira Grünberg

Das Leben ist schön. Auch im Rollstuhl. Anders schön als vorher. Aber auch schön.

Kira Grünberg

Ich habe jetzt andere Ziele, als Weltmeisterin zu werden. Aber ich bin der gleiche Mensch geblieben, nur vielleicht ein bisschen gelassener.

Meine Biografie

Wie alles begann

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Seit ich mit sieben Jahren zufällig über die Übertragung des olympischen Stabhochsprungbewerbes aus Sydney stolperte, ließ mich der Traum vom Fliegen nicht mehr los. „DAS will ich auch einmal machen“, eröffnete ich meinen erstaunten Eltern. Mein Vater, ein ehemaliger Hobby-Stabhochspringer, ließ mich gewähren, übernahm selbst das Training und formte mich nicht zuletzt wegen seines unermüdlichen Einsatzes zur EM-Finalistin, österreichischen Rekordhalterin in allen Altersklassen, zu einer Athletin, der man eine große Zukunft prophezeite.

Sportliche Highlights

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  • Finalistin der EM 2014 (als zweitjüngste Teilnehmerin!)
  • 5. der Olympischen Jugendspiele 2010
  • 4. der U23-EM 2015
  • 5. der U20-WM 2010
  • österreichischer Hallen- und Freiluftrekord
    (jeweils 4,45 m) Kira Grünberg

Der Tag, der vieles veränderte

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30.7.2015, 9.40 Uhr, Trainingshalle, Business as usual. Mein Vater coacht, meine Mutter filmt, ich wärme auf, wähle eine Höhe von 4 Metern für meinen nächsten Trainingssprung. Tausendmal ist nichts passiert. Aber dieses Mal lande ich statt auf der Matte im Einstichkasten davor, mit dem Nacken exakt auf der Metallumrandung. Sekunden später ist mir klar: Nichts wird mehr so sein, wie es war. Der fünfte Halswirbel zertrümmert, das Rückenmark schwer geschädigt - Querschnittlähmung. Vor mir lagen eine zweistündige Notoperation, Wochen im Krankenhaus und eine siebenmonatige Reha. Ich habe viel verloren, aber meine Lebensfreude ist mir geblieben.

Mein neues Leben

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In den zwei Jahren seit dem Unfall ist eine Menge passiert. Ich wurde oft geehrt, noch viel öfter interviewt, durfte meine Erfahrungen in einer ganzen Reihe von Vorträgen weitergeben, habe unendlich viel an Zuspruch und Aufmunterung erfahren. Dafür möchte ich mich aufrichtig bedanken. Das große Interesse an meiner Person hat mich motiviert, noch disziplinierter an mir zu arbeiten, um mein selbstbestimmtes Leben von früher ein Stück weit zurückzuerobern. Meine Familie hat mich dabei aufopfernd und unermüdlich unterstützt – wie schon zu Zeiten meiner Sportkarriere.

Zeit, etwas zurückzugeben

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Meine Therapiefortschritte verdanke ich erstklassigen Therapeuten, der Beharrlichkeit meines Umfeldes und meinem eisernen Willen. Ich habe aber nie nur für mich gekämpft. Schon in den Tagen der Reha ist in mir der Gedanke gereift, mich künftig für die Belange behinderter Menschen einsetzen zu wollen. Ihr Leben leichter, einfacher zu gestalten. Menschen, die unvermittelt in eine solche Situation geraten, durch eine funktionierende Struktur zu unterstützen. Das will ich ab sofort mit aller Kraft auch auf politischer Ebene versuchen.

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